Von 1880 bis 1938 gab es zwischen Stegen und Grafrath
einen lebhaften Personenverkehr mit Dampfern

Mit der Omnibus 1877 (links) und der Marie 1878 (rechts)
begann die Schifffahrt auf dem Ammersee

Ab 1880 kamen die Fahrgäste von der Bahnstation Grafrath
über die Amper mit dem Dampfschiff Marie Therese

Ein eigens gebauter Stichkanal mit Wendebecken (links im Bild)
führte von der Amper direkt zum Dampferanleger am Ammersee

Heute ist der Stichkanal bis auf einen kleinen Rest
überbaut von Parkplatz, Bundesstraße und Autobahn.

Der erste Raddampfer auf der Amper war die Marie Therese,
im Volksmund "Reserl" oder "Mooskuh*" (*Vogelart im Moos)

Das andere Ende der Amperschifffahrt war die Anlegestelle Grafrath mit einem Wirtshaus. Von hier 1,5 km zum Bahnhof

Heute gibt es nur noch das Wirtshaus "Zum Dampfschiff".
Im Innern finden sich noch wenige Fotografien aus alter Zeit

Die letzten Reste der hölzernen Anlegermole (südliches Ende)

Schon bald wurde es auf der Marie Therese zu eng.
Bei Bedarf wurde ein hölzerner Schleppkahn angehängt

König Ludwig II hatte in Berg am Starnberger See
seine wunderschöne Privatjacht Tristan liegen.

Kurz nach seinem Tod wurde die "Tristan" zur Amper gebracht und für einen weiteren, eisernen Schleppkahn als Schlepper Ludwig benutzt

Das ehemals stolze Königsschiff "Tristan", seit 1887 als
Schlepper Ludwig benutzt, wurde ab 1898 als Arbeitskahn verwendet

Nach Ausmusterung des Schleppers "Ludwig" wurden zwei hölzerne Motorschiffe gebaut: Motor I und Motor II (hier Motor II)

Gemeinsam an der Lände Grafrath:
Motor I, eiserner und hölzerner Schleppkahn und Marie Therese

Nach der Revolution waren adelige Namen unerwünscht.
Die Marie Therese wurde 1918 umbenannt in Wessobrunn

Die in die Jahre gekommene "Marie Therese" wurde 1925 verkauft
und durch zwei neue Schiffe ersetzt: die Stegen ...

... und die Grafrath

1930 wurden "Motor I" und "Motor II" ausgemustert
und durch die vom Tegernsee kommende Amper ersetzt